Epimedium Grandiflorum (20g) — die Große Elfenblume
Es gibt Pflanzen, die man nicht sieht, bevor man sie wirklich gesehen hat. Das Ziegenkraut ist eine davon. Wer einmal in einem japanischen Bergwald vor ihr gestanden ist, im gedämpften Licht unter den Laubbäumen, die Blüten wie schwebende Feen über dem Blätterdach — der vergisst diesen Anblick nicht mehr.
Die Epimedium grandiflorum, die Große Elfenblume, wächst still und beharrlich im Halbschatten. Ihre herzförmigen Blättchen sind ledrig und robust, die Ränder zart gesägt, bisweilen von einem hauchdünnen Rotton gesäumt, als hätte der Herbst sie schon einmal berührt und sich wieder zurückgezogen. Doch was die Pflanze im Frühling über dieses geduldige Blattwerk hebt, ist von einer anderen Welt: filigrane Blüten in Weiß, Violett und zartem Lila, von vier gespornten Blütenblättern geformt, die an Feenflügel oder die Kappen kleiner Narren erinnern.

Die Heimat dieser zauberhaften Staude liegt auf den japanischen Inseln, in den schattigen Wäldern und an den moosbedeckten Hängen Ostasiens. Dort wächst sie seit Jahrtausenden, still und unscheinbar auf den ersten Blick — und doch war sie den Menschen dort seit jeher bekannt. Die alten Schriften der chinesischen Kräuterkundigen, jene prachtvollen Kompendien, die über Generationen weitergereicht wurden, führen sie unter dem Namen Yin Yang Huo: ein Name voller kosmischer Anspielung, der von der Kraft des Gleichgewichts und der Lebendigkeit spricht.
Die Geschichte, die sich um den Namen „Ziegenkraut" rankt, ist so alt wie sie charmant ist. Ein Hirte — so will es die Überlieferung — beobachtete seine Herde auf einem Berghang in der Provinz Sichuan und staunte, wie die Ziegen, die von den Blättern dieser Staude fraßen, von einer ungewöhnlichen Vitalität ergriffen wurden. Die Geschichte mag sich von Mund zu Mund verändert haben, doch sie haftete an der Pflanze wie Moos an einem alten Stein.

Im Jahr 2014 kürte die Deutsche Staudengesellschaft die Elfenblume zur Staude des Jahres — eine späte, aber verdiente Würdigung. Denn lange war die Epimedium in europäischen Gärten eher ein Geheimtipp unter Kennern als eine weithin bekannte Schönheit. Wer sie einmal im Garten hat, entdeckt ihren stillen Reiz von Saison zu Saison neu: die rostroten Blattspitzen im Herbst, das beharrliche Grün durch den Winter, und dann wieder dieser Ausbruch im April, wenn die gespornten Blüten erscheinen wie eine Erinnerung daran, dass die Welt sich stets erneuert.
Wir verkaufen es daher als ethnobotanisches Anschaungsmaterial und NICHT ZUM KONSUM.